17.10.2026 | Regionalliga Nordost, 13. Spieltag
Probstheida gg. BSG Chemie Leipzig 2:2 (1:2)
Bruno-Plache-Stadion, ZuschauerInnen: 9.700 (1.300 ChemikerInnen)
Nach einer unruhigen Nacht, im Kopf ging ich schon alle Szenarien durch, traf man sich in der Hotellobby und ging den kurzen Weg zum Bahnhof von Frankfurt. Gegen 7:30, bestückt mit Kaffee und Brötchen fuhr der Zug pünktlich ein und wieder ab. Eine entspannte Fahrt ohne Umstieg mit ausgelassenen Gesprächen und noch mehr Kaffee. Die ersten Lieder ("richtig gut geschlafen und der Kopf tut trotzdem weg") gesungen, zum Leidwesen der anderen müden Mitfahrenden.
Gegen 10:30 in Leipzig, kurz die Taschen verstaut und die ersten gelb-blauen Deppen über den Weg gelaufen. Nichts passiert und weiter ging es nach Connewitz. Bisschen geredet nach der Ankunft begann auch der Marsch gegen 11:15 Uhr, angeführt von der Polizei. Recht hohes Aufkommen, verständlich beim brisanten Stadtderby in Probstheida. Auf direktem Wege wären es 35 Minuten, doch wir wurden so geleitet, dass wir auf über 50 Minuten kamen. Ein Spaziergang mit Freunden durch klar gekennzeichnetes Lok Gebiet mit Graffitis und Stickern. Das würde kurzerhand geändert, so weit es ging. Begleitet wurde man irgendwann auch von einer Reiterstaffel, die ausnahmslos mit Frauen versehen wurde. Ein Reitausflug am Wochenende. Die Stimmung war gut, auch wenn weiter hinten die Gesänge nicht mehr getragen wurden und nur bei einer Hüpfeinlage komplett mitgezogen wurde. Am Stadion angekommen begann das große Warten. In kleinen Etappen kam man zur Ticketkontrolle und danach erst zum Securityceck und dann erst ins Stadion. Im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen wurde eine Catering Möglichkeit geopfert und der Block wurde kleiner gemacht oder es fühlt sich so an, da auch 200 mehr offiziell Einlass fanden. Die 1.300 sind aber sehr gedrückt, so haben doch deutlich mehr den Weg ins Stadion gefunden, auch ohne offizielle Berechtigung *hust hust*. Dixis und drei Bierstände mit mehr oder weniger logischen Amstellmöglichkeiten und ein unfassbar enger Gang haben das Drumherum runtergezogen. Aber als wir die ersten Kaltgetränke und Würste hatten ging es.
Im Block war die Anspannung klar zu spüren und die große aufgezogene Choreo wurde penibel eingetrichtert. Hat auch optisch einiges her gemacht. Die Schaffner hatten auch was vorbereitet, blieb aber unter der Plane verborgen für mich und interessiert mich auch genau so wenig wie der gesamte Verein. Das Stadtderby lädt neben motivierten Atzen auch viele Normalos ein mitzukommen und so standen viele Ältere und Familien außerhalb des Blockes und nicht innen. Nahm so etwas von der Stimmung. Die Gesänge waren aber mit ganz guter Mitmachquote in der ersten Hälfte. Als dann auch noch Chemie in Führung ging, zum ersten und zum zweiten, brachen alle Dämme und Eskalation ist nur eine Untertreibung. Die erste und einzige Fackel wurde angestimmt und durch das rütteln am Zaun ging eine Absperrung komplett zu Bruch. Die Lieder wurden daraufhin nochmals lauter unter länger mitgesungen. Das 1:2 kurz vor der Pause hinterließ aber einen bleiben Eindruck und Sorgen machten sich breit in der Halbzeit. Mit Bier würde diese probiert runter zu schlucken. Doch die Sorge blieb.
Mit einigen neuen Liedern, oder selten gespielten, ging es in die nächste Runde. Die Capos peitschten nochmals kräftig an aber die Spannung war spürbar und lähmte auch. So dass die Gesänge eher wie ein Gemurmel Klängen. Einzelne Rauchtöpfe wurden noch gezündet aber das half auch nicht und das Geschehen auf dem Rasen verlagerte sich immer mehr in die eigene Hälfte und Lok wurde immer dominanter. Die Verunsicherung war bemerkbar, jetzt hatte man etwas zu verlieren.
Weiter singen, weiter singen, weiter singen. Mehr hatten wir nicht auf der Agenda und so mussten wir der Mannschaft helfen. Doch es kam wie es musste in solch einer bescheidenen Situation wie der aktuellen von Chemie. Der Ausgleich durch ein Rumpeltor, welches in der Entstehung unterbunden werden muss. Die Deppen von drüben jubelten ausgelassen und unser Punkt fühlte sich an wie eine Niederlage. Mit dem Polizeitrupp wieder zurück gestiefelt war die Niedergeschlagenheit jedem ins Gesicht geschrieben. Alles blieb friedlich, so dass man guter Dinge ist, dass die nächsten Begegnung auch unter noch besseren Bedingungen stattfinden können. Zum Schluss noch sehr cool und schon so viele bekannte und auch neue Gesichter gesehen zu haben. Alles Gute an jeden einzelnen und Chemie über alles.
Erstelle deine eigene Website mit Webador