16.10.2026 | 1. Bundesliga, 6. Spieltag
SGE Eintracht Frankfurt gg. 1. FC Köln 1:0 (0:0)
Waldstadion, ZuschauerInnen: 59593 (5400 KölnerInnen)
Flutlicht, Eintracht und dann noch gegen die Deppen vom Dom, was gibt es schöneres um den Urlaubsantrag einzureichen. Schon vor Wochen wurde das Wochenende mit Frankfurt am Freitag und Chemie am Samstag geplant. Mit einer kleinen Kolonne ging es von Freiburg und Karlsruhe aus gemeinschaftlich zum Hauptbahnhof Frankfurt. Was eine wilde Gegend: keine Drei Meter gegangen bis zur ersten zerbrochenen Flasche und angedrohter Schläge. Wie liebe ich diese Stadt. Sachen in der Unterkunft platziert und auf die Suche gemacht nach was Essbaren. Beim Dönerladen hängen geblieben und danach zum Moseleck die ersten Vollkornsprudel verhaften. Gequatscht und getrunken. Getrunken und gequatscht. So gehört es sich.
Gegen 17:30 am Stadion angekommen war der Treff gefüllt. Vor dem Stadion mit weiteren Blechdosen angestoßen und gequatscht. Die Stimmung war ausgelassen, trotz des letzten Spiel. Galgenhumor und überspielter Optimismus standen auf der Tagesordnung. Da heute eine große Choreo anstand wurde auch früher der Gang ins Stadion angetreten. Mit einem Kollege ging es in den Unterrang, der Rest würde aus dem Auge verloren und nicht mehr wiedergefunden. Menschen zu organisieren (nüchtern) ist schwer aber Menschen (betrunken) zu organisieren ist unmöglich.
Die Choreo mit schwarzen und weißen Folien hat flächendeckend funktioniert und auch in den Randblöcken wurde mitgemacht. Der Oberrang eh immer dabei und so konnte zum Einlaufen aufgezeigt werden, womit die Domdeppen zu rechnen hatten.
Apropos Dom: der Gästeblock war nicht komplett ausgelastet und optisch auch der schlechteste Auftritt der Ultras vom Rhein, den ich gesehen habe bislang. Möglich, dass die sehr ausgiebigen Kontrollen Grund waren oder anderes. Aber für Stimmung in der Kurve wird auch ein guter Gegner gebraucht. Dieser war auf den Rängen leider nicht anwesend.
Auf dem Platz sah es anders aus: Köln dominant und die Adler leidenschaftlich am verteidigen. Brachial und lautstark sangen alle von den Rängen zur Motivation. Starke Wechselgesänge mit dem Oberrang gaben auch eine starkes Bild ab. Bis zur Pause wurde die Mannschaft super gepusht. In der Pause merkte man aber die schleppende Partie und man fing an sich mit dem glücklichen Punkt zu arrangieren.
Der Capo gab sich aber nicht zufrieden und heizte richtig ein, ieß keine 80% dulden. 110% waren Minimum angesagt. Auf dem Platz wurden nun die Kölner auch schwächer und offener. Wie ausgewechselt traten sie auf und die SGE kam zu besseren Chancen und zur Führung. Die Ekstase war greifbar. Kein Halten oder trockene Kleidung gab es danach in der Kurve. Biergeducht wurde weiter gesungen und gejubelt. Weitere Konter verfehlten zwar das Ziel aber die Spannung blieb oben. Mit Abpfiff fiel man sich in die Arme und besang die Mannschaft frenetisch.
Relativ schnell ging es dann aber schon zum Hotel. Das Derby und die damit frühe Zugverbindung nach Leipzig stand schon auf der To-Do Liste. Ein sehr gelungener Auftritt der Szene und das Spiel war mit dem positiven Ausgang akzeptabel. Keine 069 Mentalität aber asozial genug.
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