22.08.2026 | Regionalliga West
Rot-Weiß Oberhausen gg. 1. FC Köln II 1:2 (0:2)
Stadion Niederrhein, Zuschauer: 3515 (100)
Frühmorgens klingelte der Wecker und holte mich aus dem kurzen aber tiefen Schlaf. Der Alkohol hatte auf ganzer Linie brilliert und so durfte ich mich mit einem Kater rumschlagen. Perfekt für ein ausgedehntes Frühstück mit der ganzen Familie. Nach Broten mit bekannter Nuss-Nougat-Creme und Kaffee in rauen Mengen kam ich langsam wieder auf Normalbetrieb. Gegen Mittag verabschiedete ich mich noch, da die Regionalliga am DFB-Pokal-Wochenende nicht ruhte. Mit Oberhausen gegen Köln U23 klang die Partie auch interessant genug. 2022 kam es zu einem bekannten Fahnenklau als drei Kölner die Auswärtsfahne der Hauptgruppe anzeigen und erfolgreich flüchtetem. Also lag Brisanz in der Luft.
So ging es mit der Regio und dem Bus, ohne Besonderheiten oder Verspätung, direkt vor das Stadion. Per Kartenzahlung mit einem Ticket eingedeckt ging es rein ins Stadion. Bei leicht bewölktem aber warmen Wetter drehte ich die obligatorische Runde und merkte, dass der Heimbereich komplett begehbar ist, also auch vom Sitz- in den Stehbereich und umgekehrt. Also an alle Hopper: Vorsicht ist geboten wo und wie ihr euch im Stadionumfeld aufhalten. Schnell meinen Platz auf der Gegengrade eingenommen mit tollem Blick auf die Kurve. Die war auch der Hauptgrund für mein Interesse am Spiel. Zum 100 jährigen Geburtstag wurde eine Choreo angekündigt und mit einem höheren Aufkommen an Zuschauern war auch zu rechnen.
Das Stadion Niederrhein weiss auch optisch zu überzeugen: eine kleine überdachte Tribüne für die aktiven Unterstützer. Eine Haupttribüne und besagte Gegengrade mit vier Teilbereichen. Frei Platzwahl ist das Mittel der Wahl auch wenn das Ticket was anderes behauptet. Der große alte Stehbereich im Osten, in schöner Halbrunden Flächen Bauweise, wird zwar nicht mehr im normalen Spielbetrieb genutzt, schön anzusehen ist er dennoch. Der Gästeblock ist auch deutlich kleiner und wirkt sehr versteckt, angrenzend an die Haupttribüne. Die Choreo wurde mit roten Pappetafeln und dem Spruchband "100 Jahre Niederrhein" und der angehängten Flagge "unsere Träume vergehen nie, für immer Heimat der guten Hoffnung". Schönes Motto und im mittleren Bereich auch flächendeckend. Nach außen hin löchriger.
Die Kölner brachten noch knapp 100 Leute mit, die durchgehend Klatscheinlagen und Gesänge anstimmten, unterstützt durch eine Trommel. Da ich deutlich näher an der Heimkurve saß, kam akustisch wenig an aber Bewegung war 90 Minuten lang zu vernehmen. Die Heimkurve war ebenfalls gut aufgestellt und die Gruppe Semper Fidelis Oberhausen war Von Beginn an tonangebend.
Auf dem Spielfeld begann es ebenfalls lebhaft. Beide Teams nahmen sich nicht viel auf spielerische Ebene, nur körperlich waren die Kölner präsenter. Ein besonderes Augenmerk richtete sich auf El Mala älteren Bruder Malik, der sehr eklig und gallig spielte. In der 15. Minute rauschte besagter Spieler in den Torwart der Oberhäuser und kristallisierte sich spätestens damit zum Hassobjekt. In Minute 20 kam es dann zum 0:1, spielerisch absehbar, aber durch zwei Abpraller sehr unglücklich. El Mala viel nochmals beim Jubel unschön auf, da er sich den Ball aus dem Netz fischte und in direkt in die Heimkurve schoß, nur aufgehalten vom Ballfangnetz. Zurechtgewiesen von Fans und Gegenspieler joggte er zur Jubeltraube der Auswärtsmannschaft. Die Kölner Unterstützer kamen richtig in Fahrt und die Oberhäuser bräuchten einen Moment zum Sammeln. Ein paar Wechselgesänge später, mit sehr guter Mitmachquote, folgte auch schon das 0:2. Torschütze war natürlich der unbeliebte El Mala, der einen abgefälschten Schuss aus kurzer Distanz verwandelte und es sich nicht nahm zur Heimkurve zu jubeln. Respektlos aber Oberhausen bekam Genugtuung, als der Strafstoß zum potentiellen 0:3 gehalten wurde und die Kurve aufpeitschte. Kurz danach ging es ohne weiteres in die Pause. Die Medienabteilung des RWO hatte einen Werbefilm gedreht und stolz präsentiert. Nur so schlecht abgemischt, dass einem die Ohren sausen. Die zweite Hälfte gestaltete sich gänzlich ruhiger. Der Spiel plätscherte vor sich hin und beide Szenen gaben die üblichen Gesänge ab. Zum Ende wurde der Druck auf Köln nochmals erhöht und die Emschertribüne wurde lauter. Mit Schüssen aus allen Winkeln kam man leider nicht weiter und so beendete Der Unparteiische das Spiel. Gutes Spiel mit einigen Akzenten aber auch viel Durchschnitt.
Der Rückweg gestaltete sich für mich sehr unangenehm, da ich beschloss den Rückweg zum Hauptbahnhof zu Fuß zu gehen. Den selben Plan hatte auch die aktive Fanszene aus Köln und so wurde ich kurzerhand als Hopper identifiziert und durfte die Hopperkasse mit 10€ bereichern. Das nächste Spieltagsbierchen geht also auf mich. Unvorsichtig und schlecht vorbereitet hatte ich die gleiche Rückfahrt wie die Kölner nicht auf dem Schirm und so entschied ich mich, unfreiwillig und unwohl, länger in Oberhausen zu verweilen und eine Regionalbahn später zu nehmen. Zum Glück kam es nicht zu einem zweiten Kontakt. Abends gab es mit meinem Schwager noch die DFB-Pokal Highlights im TV und die Ereignisse wurden beim ein oder anderen Kaltgetränk besprochen.
Stadion 4/18 in der Regionalliga West
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