15.08.2026 | Regionalliga Südwest
SGV Heilbronn-Freiberg gg. FC Homburg 08 3:0 (1:0)
Panoramastadion (Remchingen-Nöttingen), 315 Zuschauer (75)
Die Mission der Vervollständigung der Oberliga Baden-Württemberg näher zu kommen mit einem Spiel der Regionalliga Südwest ist schon erwähnenswert. Wenn die Begegnung dann Freiberg beinhaltet ist die Vorfreude wieder dahin.
Bei Freiberg änderte sich mit dem angestrebten Aufstieg in die 3. Liga vor Augen, letzte Saison, einiges. Was man jetzt, durch das Verpassen selbigen, ausbügeln muss. Mit dem Frankenstadion in Heilbronn und einem neuen Namen (SGV Heilbronn-Freiberg) ging es siegreich in die neue Saison (0:5 gegen Kaiserlautern II im Fritz-Walter-Stadion). Zum ersten 'Heimspiel' ging es aber nach Nöttingen, da das Frankenstadion in Heilbronn noch im Umbau ist um Drittligatauglich zu werden... Joa lohnt sich mit einem Zuschauerschnitt von 600 Leuten in einem 17.000 Stadion aufzulaufen. Freiberg punktet aber mit guter Jugendarbeit und auch wirtschaftlich ist man ganz gut aufgestellt, so dass der Aufstieg in den kommenden Jahren fest eingeplant ist.
Die Reise begann für mich um 11:00 mit dem Bus von Freudenstadt nach Bad Wildbad. Dort kurz umgestiegen in die S-Bahn über Pforzheim gezuckert bis ich um 13:07 in Wilferdingen-Singen ankam. Hier sollte auch kurzerhand der Bus mich bis vor die Pforten bringen. Sollte... könnte..., aber nicht heute. Ohne Ersatzbus blieb nur noch der Marsch quer durch zwei kleine Ortschaften. Zwei Kleine verschlafene Örtchen ohne nennenswerte Highlights. Noch mit Fressalien und Kaltgetränken eingedeckt im Lebensmittelhandel, ging es los. Bei schönen Wetter und ruhiger Umgebung entpuppte sich der 50 minütige Weg als 35 Minuten im Endeffekt weil die Navigationsapp mich über die Landstraße führen wollte (zu Fuß), an beiden Orten vorbei, anstatt mir den Fußweg durch einen kleinen Wald anzuzeigen. Augen auf bei der Navigation!
Am Stadion angekommen gab es keinerlei Kontrollen und der Ticketerwerb (nur Barzahlung) verlief problemlos. 12€ in der Regionalliga sind mehr als fair und so ging es hinein. Ich trat ein, nur um festzustellen, dass ich komplett fehl am Platz war. Auf einem kleinen Balkon, direkt angesprochen wer ich bin und was ich hier mache, stellte ich fest im VIP-Bereich eingecheckt zu haben. Wie das passieren könnte war mir nicht bewusst. Der Ticketverkäufer sagte hier sei der Eingang. Ein ausgehen und an andere Stelle wieder eingehen hätte einen Neuerwerb bedeutet und so entschied ich mich zum Unmut der anderen hier zu bleiben. Zum Catering hab ich mich aber nicht durchschummeln können und so blieb mir nur die Cola-Zero und köstlicher Kuchen zu fairen Preisen. Gereicht in schön bedrucken Bechern. Das Panoramastadion ist komplett mit Steinstufen bestückt und hat als Besonderheit, das der Platz tiefergelegt ist und bei mir einen Colosseumgefühl erzeugte durch die erhöhten Ränge die das überblicken des Geschehens sehr erleichterte.
Das warm-up verlief ohne Auffälligkeiten und zum Einlaufen wechselte der Unmut auf meine Seite, da die 'Edelfans' von Freiberg (mit Bayern München Tattoo auf der Wade) pöbelten und die mitgereisten Auswärtsfans aus Homburg beleidigten.
Aber werfen wir einen genauen Blick auf die mitgereisten Fans: die Crew 424 hatte sich nach einem Überfall und dem entwenden der Utensilien letztendlich aufgelöst und so traten alle verblieben Ultras hinter der großen Homburg Fahne auf, begleitet von FGW und Next Generation. Rechts von ihnen hing noch die Homburger Jungs Fahne ohne dazugehörige Jungs. Im Schlepptau waren auch sechs Hoffenheiner. Insgesamt waren knapp 75 Auswärtsfahrer anwesend. Mit klassischen Fanggesängen und einzelnen Klatscheinlagen kam auch eine gute Stimmung auf. Hängen geblieben ist mir in der zweiten Hälfte die Einlage auf die "Das geht ab" Melodie von 'Die Atzen'. Starke Klänge und gute Mitmachquote.
Die Freiberger unterhielten sich eher über das Bierchen und die aktuelle Lage auf der Arbeit. Spielbezogen meldeten sich das erste Mal in der 30. Minute, als Scott Kennedy verdient zum 1:0 traf. Kurz darauf sah der Trainer von Freiberg nach ständigem Meckern die Geld-Rote Karte und verabschiedete sich in die Katakomben. Homburg stand auch die Partie über zu tief und lief nur hinterher. Die Pausenführung ging vollkommen klar.
Rein in Durchgang Nummer zwei: gestärkt mit einem zweiten Stück Kuchen und einem Cola-Mix änderte sich auf Rang und Rasen nicht viel. Die Ultras sangen, die Edelfans quatschten und das Spiel plätscherte vor sich hin. Bis zur 55. Minute als mit einem gekonnten Steilpass die Abwehr ausgehebelt wurde und der Freiberger locker zum 2:0 einschob. Ein persönliches Highlight lieferte in der 63. Minuten als Minos Gouras eingewechselt wurde. Gouras habe ich das erste Mal 2021 bei Saarbrücken live gesehen und seitdem unfreiwillig bei jedem seiner weitern Stationen mindestens einmal (Regensburg, Mannheim, Homburg und jetzt Freiberg). Kleine persönliche Randgeschichte aber zurück zum wichtigen. Oder auch nicht, da sich bis zur 80. nichts weiter ergab. Einzig Birkan Celik zeigte körperlichen Einsatz. Ein wenig zu viel für den Geschmack des Schiedsrichters und schickte ihn deshalb auch früher zum Duschen als die Kameraden. Kurzerhand kam das 3:0 zum Endstand und so kreuzte ich Stadion Nummer zehn in der Oberliga Baden-Württemberg ohne weitere Besonderheiten.
Bei der Rückfahrt sparte ich mir das Warten auf den Bus und lief die schöne Strecke auch zurück und deckte mich nochmals für die Rückfahrt mit Brezeln und Cola-Mix ein.
Anfahrt von Karlsruhe: mir der RE 1 kann man im 60 Minutentakt vom Hbf Richtung Stuttgart bis Wilferdingen-Singen fahren und entweder auf den Bus 722 warten oder den Eichwaldweg entlang gehen, was auch sehr zu empfehlen ist.
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